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Diebstähle von Reitsportartikeln oder sogar Satteldiebstahl in Reitställen ist ein häufiges Thema unter Reitern. Gerade die dunkle Jahreszeit kann dazu verleiten und die Vorfälle häufen sich.

Ein besonders beliebtes Objekt sind Sättel: Einerseits stellen sie meist einen beträchtlichen Wert dar, andererseits lassen sie sich relativ leicht weiterverkaufen, denn gerade hier besteht eine große Nachfrage nach gebrauchten Artikeln.

Diebstahl-begünstigend kommt hinzu, dass kaum ein Reiter, Reitlehrer und Bereiter seinen Sattel bis ins kleinste Detail beschreiben kann. Selbst wenn ein gestohlener Sattel also wieder auftaucht, ist es dem Besitzer meist unmöglich, ihn mit Sicherheit wieder zuerkennen – bzw. zu beweisen, dass es sich um seinen gestohlenen Sattel handelt.
Deshalb: Jeder Eigentümer sollte seinen Sattel mit einer dauerhaften Kennzeichnung versehen. Fotografieren Sie Ihren Sattel von allen Seiten und notieren Sie sich auch die Sattelnummer. Fast jeder Markensattel hat außerdem im unteren Sattelblatt die Sattelgröße, Kammerweite und eventuell sogar das Herstellungsjahr eingeprägt. Preiswerte Importsättel  haben allerdings meistens keine Einprägung.

Satteldiebstahl

Gibt es Versicherungsschutz für Sättel? Was ist zu beachten?

Versicherungstechnisch gesehen ist ein Sattel, der im Haus aufbewahrt wird, ein Gegenstand (wie Möbel auch), der unter die Hausratversicherung fällt. Dies gilt auch, wenn er in einer abgeschlossenen Kammer – beispielsweise des Offenstalls – auf dem gleichen Grundstück lagert.

Der Versicherungsschutz besteht jedoch nicht automatisch für die Aufbewahrung außer Haus: Wird der Sattel dauerhaft in einem Pensions- oder Reitstall gelassen, kann er per Sondervereinbarung (schriftlich) in die Hausratversicherung aufgenommen werden. Im Reitstall muss er in einem verschlossenen Raum aufbewahrt werden, sonst besteht kein Versicherungsschutz. Unversichert ist der Sattel auch, während er sich in seinem bestimmungsgemäßen Gebrauch befindet, also beim Reiten oder wenn er im Freien liegt.

Satteldiebstahl
Satteldiebstahl

Foto: Sattelkammer – auch hier gilt Vorsicht vor Satteldiebstahl

Im Falle eines Satteldiebstahl muss die Polizei der Versicherung bestätigen, dass ein Einbruch-Diebstahl (nur den ersetzt die Hausratversicherung) vorliegt. Sonst tritt die Versicherung nicht in die Regulierungspflicht. Der Eigentümer sollte auch seine Kaufrechnung haben, denn die Versicherung ersetzt den Neuwert (nicht den Zeitwert) eines Sattels.

Also: Sprecht euch mit eurer Versicherung individuell ab. Wo ihr euren Sattel aufbewahrt und lasst euch schriftlich bestätigen, dass dort auch Versicherungsschutz besteht.

 

Ulrike Seim

Ulrike Seim

Dipl. Ing. agr. Ulrike Seim und für das Pferdemanagement bei der Direktion Wiesbaden für die R+V Versicherung zuständig.
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