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Als Droschke wird ein meist offenes und leichtes, kutschenähnliches Gefährt bezeichnet, mit dem bis zu fünf Personen fahren können. Gemeint ist insbesondere eine Pferdedroschke, die von einem oder mehreren Pferden gezogen wird und über eine Sitzbank für den Kutscher sowie weitere Personen verfügt. Im Unterschied zu einem solchen Fiaker handelt es sich bei der Kraftdroschke, die auch Auto- oder Motordroschke genannt wird, um eine Droschke, die von einem Motor angetrieben wird.

Wofür wird die Droschke genutzt?

Die Droschke ist ein Transportmittel zur Beförderung von Personen und war im 19. Jahrhundert als Mietkutsche der Vorläufer des heutigen Taxis beziehungsweise des öffentlichen Nahverkehrs. Vor allem in den größeren Städten hatte sich der Einsatz von Pferdedroschken bewährt, solange es Straßenbahnen und Kraftfahrzeuge noch nicht gab. Heute ist die Droschke als Gefährt zur Personenbeförderung veraltet und wird nicht mehr als zweckmäßiges Verkehrsmittel genutzt, sondern findet für Kutschfahrten im Zuge der Hobby-Pferdehaltung Verwendung. Mit ein oder zwei Pferden, die vor die Droschke gespannt werden, geht es auf Fahrten ins Grüne. Darüber hinaus werden Pferdedroschken insbesondere in Österreichs Hauptstadt Wien, aber auch in Salzburg, als Touristenattraktionen eingesetzt. Hier sind die Fiaker bei Besuchern sehr beliebt, um Fahrten durch die Stadt vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu unternehmen. Bei einer solchen Stadtrundfahrt soll das Flair des alten, historischen Wiens besonders aufleben.

Wie sieht eine Droschke aus und wie funktioniert sie?

Die Pferdedroschke ähnelt einer Kutsche und ist ein gefedertes Fuhrwerk mit ein oder zwei Achsen und dementsprechend zwei oder vier Rädern. Je nach Bauart ist sie offen oder geschlossen oder verfügt über ein bewegliches Verdeck. Vorne befindet sich die Sitzbank des Kutschers, der sogenannte Kutschbock. Dahinter sitzen die Passagiere auf einer oder zwei Sitzbänken in Fahrtrichtung oder mit dem Rücken zum Kutscher gewandt. Zum Auf- und Absteigen sind an den Seiten der Droschke Trittflächen montiert. Die Pferdedroschke setzt sich allein durch den Zug der eingespannten und mit einer Verbindungsstange verbundenen Pferde in Bewegung, im Gegensatz zur motorisierten Kraftdroschke. Diese verfügt ebenso über die genannten Sitzbänke und ist offen, geschlossen oder mit einem ausklappbaren Verdeck ausgestattet. Vor der Sitzbank des Fahrers befindet sich jedoch keine Vorrichtung zum Einspannen der Pferde, sondern der Motor unter einer Abdeckung aus Blech. Ebenso gab es auch Droschken, bei denen der Motor hinten unter einer höheren Sitzbank platziert war.

Ein Rückblick: die Geschichte der Droschke

Die Droschke hat sich als Fahrzeug Anfang des 19. Jahrhunderts durchgesetzt und war zunächst eine Pferdedroschke, die ursprünglich aus Frankreich kam. Hier gab es als Erstes zweirädrige Kutschen zur Personenbeförderung, die im Volksmund „Fiacre“ genannt und von Nicolas Sauvage erfunden wurden. Im deutschsprachigen Raum bürgerte sich schnell die Bezeichnung Fiaker ein, die bis heute vor allem in Österreich ein gebräuchlicher Begriff ist. Den Beginn des „Lohnfuhrwesens“ stellte eine königliche Kabinettsorder vom 24. Dezember 1739 dar, in der gesetzliche Bestimmungen zu den vorgesehenen Plätzen für die Bereitstellung der Kutschen, zu den Arbeitszeiten und dem Verhalten der Kutscher festgelegt wurden. Die Fiaker-Fahrer sollten ihre Pferdedroschken entsprechend pflegen, sich höflich benehmen und Fahrgästen die freie Wahl lassen, welche Droschke sie auswählen. So gab es im Jahr 1770 in Berlin 40 Droschken und auch in anderen Städten erlebte das Gefährt seine Hochzeit, bevor sich die Anzahl der Fuhrwerke aufgrund des unhöflichen Benehmens der Kutscher und des schlechten Zustandes der Droschken deutlich verringerte.

Die Bezeichnung Droschke ist eigentlich erst seit 1811 üblich, als der Fuhrunternehmer Alexander Mortier aus Dessau einen Betrieb mit Pferdekutschen in Berlin gründete. Er nannte seinen Fiaker Droschke, abgewandelt von dem russischen Begriff „Droschki“ für Fuhrwerk. Über 20 Jahre lang hatte er die alleinige Konzession, bevor auch andere ihre Droschken zur Personenbeförderung einsetzen durften. In dieser Zeit nahm die Anzahl der Droschken in Berlin enorm zu. Die Folge waren abgemagerte Pferde und Fuhrwerke in schlechtem Zustand, sodass die Polizei eingriff und die Hälfte aller Gefährte stilllegte. Mit den fortschreitenden technischen Möglichkeiten änderte sich auch die Art der Droschken. So kamen gegen Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Kraftdroschken auf, die von einem Motor angetrieben wurden. Die weltweit erste motorisierte Droschke hatte vier PS und wurde 1897 in Stuttgart eingesetzt. Fortan wurden die Pferde-Fuhrwerke in ganz Europa allmählich von den Kraftdroschken abgelöst. Im Jahr 1911 war die Zahl der motorisierten Droschken in Berlin bereits auf rund 2.000 angestiegen. In Paris fuhren bereits 5.000 und in London gab es den motorisierten Hackney Carriage sogar 7.000 Mal.

Die Pferdedroschke als Vorgänger des modernen Sulkys

Die einfache Pferdedroschke früherer Zeiten kann durch ihre Bauweise mit zwei Rädern, einer Verbindungsstange und einer Sitzbank für den Kutscher auch als Vorgänger des modernen Sulkys angesehen werden. Dieses einachsige Pferdefuhrwerk erinnert optisch noch heute an eine Droschke und wird im Pferdesport eingesetzt. Meist in Leichtbauweise gefertigt, dient der Sulky dem Fahrer zum Sitzen und besteht dabei, wie früher die Pferdedroschke, im Wesentlichen aus zwei Rädern und einem Sitzbock. Über zwei Stangen ist der Sulky mit dem Geschirr des Trabers verbunden, der das Gefährt auf unterschiedlichen Distanzen über die Trabrennbahn zieht.

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