Alle Tipps für den Haustierkauf

Der Schritt zum eigenen Haustier will gut überlegt sein. Haustierbesitzer, sei es Hund oder auch ein Pferd, zu sein, bedeutet eine große Verantwortung. Ist die Entscheidung erstmal gefallen, überwiegen Freude und Aufregung. Gleichzeitig steht aber die wohl größte Herausforderung bevor: der Haustierkauf.

Wissen, was man möchte: Eine gute Vorbereitung ist Gold wert

Nicht jeder hat das Glück, ein Tier kaufen zu können, das er bereits – beispielsweise als durch die Familie oder Freunde –  bereits kennt. Trotzdem ist es ein großer Vorteil, beispielsweise ein Pferd oder einen Hund zu kennen, das den eigenen Vorstellungen entspricht, denn daraus kannst du deine Erwartungen ableiten. Sich über seine eigenen Ansprüche klar zu werden, ist der erste Schritt beim Haustierkauf. Nur wer weiß, was er möchte, kann auch fündig werden. Beantworte deshalb am besten zunächst folgende Fragen:

  • Welche Rasse passt am besten zu mir? Soll es ein Rassetier sein oder darf es auch ein Mix sein?
  • Welches Geschlecht passt am besten zu mir? Oder ist es mir egal, ob Rüde oder Hündin, Wallach, Hengst oder Stute?
  • Welche Größe soll mein Haustier maximal haben?
  • Setze ich eine Altersgrenze?
  • Welche Charakterzüge sind mir besonders wichtig?
  • Welche Eigenschaften sind für mich Ausschlussgründe?
  • Stelle ich weitere Anforderungen an das Tier? Soll ein Pferd zum Beispiel schon eingeritten sein oder bereits Turniererfahrung haben? Soll auch mein Hund eine bestimmte Aufgabe übernehmen, zum Beispiel als Reitbegleithund?
  • Gibt es Krankheiten oder Mängel, die ich in Kauf nehme?

Bevor es an die Suche geht, ist auch die finanzielle Frage zu klären. Wie viel bin ich bereit auszugeben? Und vor allem auch: Ist dieses Budget realistisch für das, was ich mir vorstelle? Sei hier wirklich kritisch und passe gegebenenfalls dein Budget oder/und deine Ansprüche noch mal an.

Vor dem Kauf: Dokumente und Versicherungen einsehen

Den richtigen Hund kaufenBevor du einen Kaufvertrag unterzeichnest, lass dir in jedem Fall alle wichtigen Dokumente wie zum Beispiel bei einem Hund den EU-Heimtierausweis zeigen. In diesem Zug kannst du auch klären, ob bereits Versicherungen bestehen, die du übernehmen kannst. Eine Hundehaftpflicht, die dich vor Schadensersatz schützt, ist für jeden Hundehalter verpflichtend. Eine Übersicht findet sich zum Beispiel unter https://www.vergleichen-und-sparen.de/hundehaftpflicht/. Ob du dich außerdem noch für eine gesundheitliche Absicherung durch eine Hunde-OP-Versicherung oder eine Hundekrankenversicherung entscheidest, solltest du im Einzelfall entscheiden und auch hier die Leistungen und Tarife genau abwägen: https://www.vergleichen-und-sparen.de/hundeopversicherung/.
Ein vermeintlich banaler, aber umso wichtiger Tipp: Hab bei der Anschaffung eines Haustieres Geduld und überstürze keine Entscheidungen. Wenn dir etwas nicht geheuer ist, hör auf dein Bauchgefühl. Denn mit der Entscheidung, einem Tier ein neues Zuhause zu geben, gehst du eine enorme Verpflichtung für viele Jahre ein, die dein Leben enorm beeinflusst.

Aufmerksames Suchen: Anzeigen wälzen für den Haustierkauf

Als nächstes geht es ans aktive Suchen. Im digitalen Zeitalter wird sich deine Suche – abgesehen von einigen Zeitungen und Fachzeitschriften – größtenteils im Internet abspielen. Dabei bietet die Suchfunktion von Anzeigenportalen Zeitersparnis: Indem du deine Suchergebnisse möglichst genau filtern, ersparst du dir das Aussortieren. Achte auch auf Entfernungen. Bist du bereit, eine weite Strecke auf sich zu nehmen? Wäre der lange Transport für das Tier überhaupt zumutbar und finanziell zu stemmen?
Sei beim Stöbern von Anfang an aufmerksam: Eine Anzeige sagt sehr viel über ihren Ersteller aus. Um schwarzen Schafen direkt aus dem Weg zu gehen, solltest du auffällige Anzeigen konsequent aussortieren. Warnsignale sind ein für das Versprochene viel zu günstiger Verkaufspreis, lückenhafte bzw. widersprüchliche Angaben sowie ein fehlerhafter Beschreibungstext.
Um sich unnötige Wege zu ersparen, solltest du jedes Detail, das für dich verkaufsrelevant ist, im Vorhinein klären. Erst dann ergibt eine Besichtigung Sinn. Auch passives Suchen kann zum Erfolg führen: Schalte auf verschiedenen Portalen Gesuche.

Der Termin vor Ort: Kennenlernen des Tieres

Ob Züchter, Privatverkäufer oder Tierschutzverein: Sammelvor Ort so viele Eindrücke wie nur irgendwie möglich – vom Tier, dem Umfeld, den Menschen, den Haltungsbedingungen. Und: fragen, fragen, fragen. Hab keine Scheu, nachzuhaken. Einem seriösen Verkäufer ist daran gelegen, alles zu klären.

Wichtig ist auch, dass derjenige, der am meisten Zeit mit dem Tier verbringt, dieses unbedingt selbst kennenlernt. Für jemanden ein Haustier auszusuchen, ist nicht empfehlenswert. Schließlich kann es vorkommen, dass die Chemie zwischen Tier und dem zukünftigen Halter gar nicht passt. Lerne das Tier in seinem Umfeld kennen und lass dir nicht nur „Ausschnitte“ zeigen. Für den richtigen Kauf benötigst du einen umfassenden Eindruck. So solltest du, falls du dir ein Pferd kaufen möchtest, von Anfang an beim Holen von der Weide oder aus dem Stall dabei sein, beim Putzen und Satteln das Pferd begutachten und natürlich dann auch Reiten. Wenn du auf der Suche nach einem Hund bist, solltest du das gesamte Rudel kennenlernen, dir zeigen lassen, wo der Hund untergebracht ist, wie sein Schlafplatz aussieht und dann den Hund draußen im Garten beobachtest. Hier erkennst du auch beim Welpen wichtige Charakterzüge. Entscheidend ist zudem, dass du das „testet“, was für dich von Belang ist. Wenn du also ein robustes Freizeitpony für Geländeritte suchst, reite es nicht in der Halle oder auf dem Platz, sondern mach direkt einen Ausritt. Auch beim Welpen kannst du einige Tests machen, die zeigen, ob er für einen speziellen Einsatz, wie Begleithund oder auch als Jagdhund, geeignet ist.
Greif im persönlichen Gespräch mit dem Verkäufer oder Züchter unbedingt folgende Aspekte zum Tier auf:

  • Unterbringung und Fütterung
  • Fähigkeiten und Talente
  • Eventuell die Vorgeschichte (inkl. Vorbesitzer)
  • gesundheitliche Vorbelastungen
  • negative Erfahrungen und Ängste
  • Verkaufsgrund

Hilfreich ist außerdem eine zweite Meinung. Fahr nie allein zu einem Besichtigungstermin, sondern nimm unbedingt eine Vertrauensperson mit. Für die fachmännische Einschätzung des Gesundheitszustandes sollte insbesondere beim Pferd immer eine tierärztliche Ankaufsuntersuchung durchgeführt werden.

Ralf Becker

Ralf Becker

Seit 1984 beschäftige ich mich bereits mit der Absicherung von Pferden, Hunden und Katzen in der Versicherungswelt. Tiere sind meine Leidenschaft und daher ist mir die richtige Vorsorge durch den Halter wichtig.
Ralf Becker

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