Pferdebox_Pferdehaltung

Uns ist alles natürlich klar, dass eine durchdachte Pferdehaltung besonders wichtig ist. Dabei geht es nicht nur um die direkte Gesundheit der Pferde, sondern auch dass dein Pferd sich wohlfühlt, ausgeglichen ist und wenig Stress hat. Aber woran erkennt man eine artgerechte, gesunde Pferdehaltung?

Bei den Formen der Pferdehaltung scheiden sich wahrscheinlich die Geister. Einige Pferdebesitzer schwören auf die Haltung in einer Herde, die ganzjährig auf der Weide stehen. Sie können meist nicht nachvollziehen, warum andere Pferdehalter ihre gesunden Tiere in eine vermeintlich enge Pferdebox “einsperren”. Andererseits können diese Menschen nicht verstehen, dass Reiter ihre Pferde der Gefahr aussetzen und sie mit anderen Tieren auf einem Paddock toben lassen.
Wir können keine pauschale Antwort darauf geben, welche Haltungsform die beste ist. Das ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Jedoch sollte jedes Pferd die Möglichkeit bekommen, täglich an der frischen Luft mit Artgenossen zu stehen.

Haltung in einer Pferdebox

In Deutschland werden die meisten Pferde in Boxen gehalten. Die Haltungsform hat eine lange Tradition und besonders auf Anlagen in Stadtnähe bringen die Besitzer ihre Pferde in Boxen unter. Die Unterbringung in einer Pferdebox ist durch das Tierschutzgesetz geregelt und unterliegt besonderen Vorschriften. Laut Tierschutzgesetz muss die Pferdebox Maße von zwei Mal die Widerristhöhe zum Quadrat. Das ergibt beispielsweise bei einem Hannoveraner mit 1,75 m Stockmaß ein Mindestmaß von 2×1,75²=12,25m². In den meisten Fällen ist die Box nicht quadratisch, sondern rechteckig. In diesem Fall sollte die schmale Seite mindestens 1,75x Stockmaß betragen. Außerdem schreibt das Gesetz eine Mindesthöhe vor: diese soll 1,5x Woderristhöhe betragen. Allerdings liegt die Empfehlung bei der doppelten Widerristhöhe, damit die Luft im Stall optimal zirkulieren kann.

Soziale Kontakte in Boxenhaltung pflegen

Da Pferde Herdentiere sind, ist die Pflege von sozialen Kontakten zu Artgenossen enorm wichtig. Damit die Tiere auch in den Boxen miteinander kommunizieren können, sollte der obere Teil der Boxenwände mindestens mit Gittern und Fenstern versehen sein. Viel besser eignet sich aber der Bau von halbhohen Boxen, sodass sich die Pferde gegenseitig beschnuppern und kraulen können. Mit zusätzlichen Außenfenstern bekommen die Pferde mehr Tageslicht und können das Geschehen vor dem Stall beobachten. Die Materialien einer Trennwände sollten stabil sein und kein Verletzungsrisiko verbergen. Auch die Türen der Boxen müssen breit genug sein und sich weit öffnen lassen, damit das Pferd sich daran nicht verletzen.

In dem Stalltrakt sollte ein gutes Klima herrschen, damit die Pferde stets frische Luft haben, wobei es nicht zugig sein darf. Da die Atemwege von Pferden empfindlich sind, benötigen sie ausreichend Frischluft und sie freuen sich über genügend Tageslicht.

Wichtig: Freigang auf der Weide oder Paddockbox

Damit die Tiere gemäß ihrer Natur sich genügend bewegen können, solltest du sie täglich auf die Weide lassen. Zu zweit können die Pferde ihrem Herdenverhalten nachkommen und dürfen sich wälzen oder können grasen. Der Weidegang sollte bestenfalls mehrere Stunden lang sein. Eine passende Alternative zur Boxenhaltung mit Weidegang ist die Haltung in einer Paddock- oder Laufbox. Dein Pferd kann selbst entscheiden, ob es draußen stehen möchte oder sich in der Box aufhalten möchte.

Zusätzliche Bewegung in der Führanlage

An vielen Reitställen stellt der Besitzer den Pferdehaltern eine Führanlage zur Verfügung. Hier können mehrere Pferde gleichzeitig im Schritt bewegt werden. Allerdings ist diese Art der Beschäftigung für viele Pferde sehr eintönig und die Führanlage ersetzt keinesfalls den Weidegang!