Winterzeit im Reitstall. Oh du schöne, kalte, Winterzeit! Wer kennt das nicht? Vom kuschelig warmen Auto raus in die kalte Luft des Reitstalls. Brrrr…. Dennoch, ab aufs Pferd. Dann, puh… ganz schön warm! Man schwitzt. Und letztendlich, friert man bei Klatsch und Tratsch auf der Stallgasse fast fest…

Aber wie soll man sich im Winter nun am besten anziehen?

Weniger ist mehr!

Grundsätzlich ist zu sagen, dass nicht mehr Kleidung auch wärmer hält. Wer dick wie ein Michelin-Männchen angezogen an den Stall kommt, wird sich 1. kaum bewegen können und 2. schneller frieren. Das gute alte Zwiebelprinzip aus Omas Zeiten hat zum Teil ausgesorgt.

Im Winter stehe ich oft viele Stunden in der Reithalle, zuvor oder auch danach reite ich selbst noch. Ausprobiert hab ich vieles, eines hat sich ganz gut bewährt. Abgeschaut hab ich es bei den Outdoorsportlern! Funktionskleidung ist Stichwort.

Von Kopf bis Fuß

Ich empfehle die „klassischen“ drei Schichten. Beginnend mit einem eng anliegenden Funktionsshirt, welches die Körperwärme drin hält, den Schweiß, also die auskühlende Nässe, weg vom Körper transportiert. Hier habe ich gute Erfahrungen mit Skiunterwäsche gemacht, bzw. Merinowolle.

Als nächstes kommt bei mir immer Fleece! Fleece hat ähnliche Eigenschaften wie das Funktionsshirt. Es hält die Wärme drin, der Schweiß wird weiter raus transportiert.

Zum Schluss kommt noch eine Funktionsjacke, die winddicht ist. Nichts kühlt mehr aus, als ein kühler Windzug durch die Jacke. Preislich ist hier alles möglich, ich entscheide mich in der Regel für ein Mittelklassemodell. Bei meinen Jacken ist mir allerdings immer sehr wichtig, dass sie über den Po gehen und einen Teil der Oberschenkel bedecken. Ein Parka ist immer meine erste Wahl! Das hält einfach zusätzlich warm!

Bei der Wahl der Reithose kann ich persönlich eine Softshell-Reithose empfehlen. Hier auch wieder, teuer ist nicht gleich besser. Durch die angeraute Innenseite fühlt sie sich schön kuschelig an, die Außenseite hält Wind ab und sogar leichten Niesel. Super für die nass-kalten Tage!

An die Füße kommen bei mir nur Merino-Snowboardsocken. Einfach, weil diese schön bunt sind. Genau das richtige für die dunkle Jahreszeit. Zudem gute Bergschuhe, bzw. Winterboots!

Mit der richtigen Kleidung machen auch Ausritte bei Schneefall richtig Spaß!

Weitere Tipps

  • Mütze oder Stirnband sind bei mir Pflicht. Kalte Ohren sind lästig und unnötig! Zudem hält ein warm eingepackter Kopf die Wärme etwas besser im Körper.
  • Meine 1. Schicht hat immer schöne lange Ärmel, damit ich diese in die Handschuhe stecken kann. Kalte Handgelenke, oder kalte Luft die in die Ärmel den Arm hoch pustet, ist ebenfalls lästig und unnötig!
  • Ein Schal sorgt dafür, dass Hals und Kinn flauschig eingepackt sind. Zudem verhindert er auch Zugluft am Nacken.
  • Die warme Jacke, Schal und Schuhe ziehe ich immer erst an, wenn ich am Stall angekommen bin. Zuvor habe ich sie locker im Auto liegen, damit sie sich mit aufwärmen. Nichts ist schlimmer, als in kalte und klamme Klamotten zu schlüpfen!
  • Bevor ich auf’s Pferd steige, gehe ich einige Runden im Schritt mit, damit ich selbst auch warm werde. Bevor es dann mit der Trabarbeit los geht, ziehe ich Jacke und Schal aus, damit ich nach dem Training wieder etwas warmes zum anziehen habe. Wer in seinen Stiefeln stark schwitzt empfehle ich, immer ein zweites paar trockener Socken dabei zu haben, die man nach dem Reiten wechseln kann.
  • Ein warmer Schluck Tee aus dem Thermobecher bewirkt oft Wunder! Ich habe immer einen Thermobecher mit meinem Lieblingstee dabei. Damit sorge ich im Winter auch dafür, dass ich genügend trinke.
  • Nach Möglichkeit putze ich mein Pferd im Stall, da ist es wärmer und sicherlich auch für das Hotti angenehmer, wenn die Winterdecke runter kommt.
  • Zudem ziehe ich unter den Helm immer ein dünnes Buff, damit die Ohren, aus oben genannten Gründen nicht kalt werden.

Mit diesen Dingen komme ich in der Regel gut und warm durch die Winterzeit. Habt ihr noch weitere Tipps, oder wie macht ihr es? Hinterlasst einfach einen Kommentar!

Barbara Kronawitter

Barbara Kronawitter

Neben meinem Hauptberuf unterrichte ich auf der Reitanlage meines Vaters Mensch und Tier. Ich bin FN Trainer B Reiten mit der Ergänzungsqualifikation Sitz & Gleichgewicht. Vor 5 Jahren habe ich mir mein jetziges Traumpferd - Contigo - gekauft. Zuvor bin ich auf der Stute meines Vaters geritten und meinen Ponymann, der aber nun schon in Rente ist. Nach aufregenden Jahren, inkl. Sehnenscheidenentzündung und Klinikaufenthalt wegen Chips in beiden Sprunggelenken starten wir seit dieser Saison Hobbymäßig auf Turnieren voll durch.
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Neben meinem Hauptberuf unterrichte ich auf der Reitanlage meines Vaters Mensch und Tier. Ich bin FN Trainer B Reiten mit der Ergänzungsqualifikation Sitz & Gleichgewicht. Vor 5 Jahren habe ich mir mein jetziges Traumpferd - Contigo - gekauft. Zuvor bin ich auf der Stute meines Vaters geritten und meinen Ponymann, der aber nun schon in Rente ist. Nach aufregenden Jahren, inkl. Sehnenscheidenentzündung und Klinikaufenthalt wegen Chips in beiden Sprunggelenken starten wir seit dieser Saison Hobbymäßig auf Turnieren voll durch.