Zecken
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Zecken können Krankheiten übertragen – u.a. Hirnhautentzündung (FSME) und Borreliose. Daher sind sie sowohl für Menschen, als auch für Pferde sehr gefährlich.

Der kalendarische Frühlingsanfang liegt gerade erst hinter uns und das Wetter momentan zeigt sich von seiner besten Seite: Endlich ist der Frühling da! Das Gras wird wieder grüner, die Bäume bekommen die ersten Knospen und die Frühblüher strecken sich schon der Sonne entgegen. Die ersten Frühlingstage sind für Mensch und Tier meist die schönsten. Sobald die Temperaturen an mehreren aufeinander folgenden Tagen die sieben Grad nicht mehr unterschreiten, werden jedoch auch Zecken aktiv. Und begeben sich auf die Suche nach einem potentiellen Wirt.

Der Frühling ist der Startschuss für die Zeckensaison

Zecken warten auf Frühlingsblumen, Gräsern und in Büschen auf ihre Wirte – aber auch im Unterholz und Gestrüpp. Bevor es in die Natur geht, sollte also an die richtige Zeckenvorsorge gedacht werden. Für Reiter reicht oft schon lange Kleidung, das Einsprühen mit Repellents und das anschließende gründliche Absuchen des Körpers. In Risikogebieten wie z.B. Bayern oder Thüringen wird außerdem die Frühsommer-Meningoenzephalitis-(FSME-)Impfung empfohlen.

Um ihre potentiellen Wirte besser zu erreichen, klettern Zecken dann auf Gräser und Büsche. Eine erwachsene Zecke kann dabei sogar bis zu 1,50 Meter hoch klettern. Wenn Mensch oder Tier die Zecke berühren, lässt sie sich einfach abstreifen und hält sich an Haut oder Kleidung ihres Opfers fest. Dies geschieht in Sekundenschnelle.

Zeckenstich beim Pferd – was nun?

Durch das Betäubungsmittel in ihrem Speichel bleibt der Biss einer Zecke oft unbemerkt. Bei einem Biss kann eine Zecke mehr als 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen – u.a. die gefährlichen FSME-Viren und Borreliose-Bakterien. Auch wenn diese direkt über den Speichel übertragen werden, empfiehlt es sich, Zecken direkt zu entfernen. Denn Zecken können auch mit anderen Krankheitserregern infiziert sein, die erst später übertragen werden.

Borreliose beim Pferd durch Zeckenbiss möglich

Zecken können sowohl für Menschen, als auch für Pferde sehr gefährlich werden. Durch Zeckenbisse können Pferde mit Borreliose infiziert werden. Die Symptome der Krankheit sind vielfältig und können oft nicht direkt einer Borreliose-Infektion zugeordnet werden.

Bei der Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Infektion. In Europa gilt vor allem der Gemeine Holzbock als gefährlicher Krankheitsüberträger. Die Erreger der Infektion sind die Borrelia burgdorferi-Bakterien.

Die Erreger tragen die Zecken nicht von Beginn an in sich. Während ihres Aufwachsens dienen Wald- und Wühlmäuse als Blutlieferanten, welche die Borrelia burgdorferi-Bakterien in sich tragen. Sie selbst sind dagegen jedoch resistent. Wir das Pferd von der Zecke gebissen, wandern die Bakterien vom Darm der Zecke in die Speicheldrüse und die Zecke erbricht die Bakterien in den Wirt.

Borreliose Symptome beim Pferd erkennen

Prinzipiell verläuft Borreliose in Schüben. Je nach Stadium der Erkrankung können sich die Symptome stark unterscheiden. Im frühen Stadium nach dem Zeckenbiss (Wochen bis Monate nach der Infektion) kann man die Erkrankung leicht mit einem grippalen Infekt verwechseln. Das Pferd ist matt, zeigt keinen Hunger und die Körpertemperatur ist leicht erhöht.  Hinzu können Gelenkprobleme und -schwellungen kommen – einhergehend mit Lahmheit.

Nach Monaten der Erkrankungen gelangen die Bakterien in die Blutbahn und schubartige Lähmungen zeichnen das Krankheitsbild aus. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Borreliose dann Herz, Nieren und das Nervensystem schädigen.

Wenn diese Symptome auftreten, sollten andere Krankheiten zunächst ausgeschlossen werden und erst dann eine Borreliose in Betracht gezogen werden. Jedoch lässt sich eine Borrelien-Infektion nur schwer nachweisen. Auch hochentwickelte Tests können hier häufig leider nicht eine hundertprozentige Sicherheit geben. Wenn die Infektion unentdeckt bleibt, können chronische Gelenkserkrankungen, Muskelentzündungen und Hautverdünnung die Folge sein. Doch nur bei ca. 10 Prozent der gestochenen Pferden bricht eine Infektion aus.

Kann Borreliose beim Pferd behandelt werden?

Wird Borreliose diagnostiziert, bekommt das Pferd zwei bis sechs Wochen lang hochdosiertes Antibiotkium verabreicht. Oft zeigen infizierte Pferde jedoch keine Symptome einer Borreliose-Erkrankung, denn das Immunsystem bekämpft die Krankheit. Es hilft daher, das Immunsystem des Pferdes zu stärken.

Zeckenbiss vorbeugen: Checkliste für den Reiter

  1. Risiko minimieren: Gestrüpp, hohes Gras und Unterholz ab April meiden, dort warten Zecken auf ihren Wirt.
  2. Richtig anziehen: Lange Hosen und Oberteile tragen. Auf hellen Farben fallen Zecken eher auf.
  3. Kleidung überprüfen: Zuhause Kleidung absuchen und sicherheitshalber einmal alles absuchen.
  4. Körper absuchen: Besonders auf Körperstellen wie Kniekehlen, Achselhöhlen, Hals und Kopf achten – sogar zwischen den Zehen können sich Zecken verstecken.
  5. Eincremen: Es gibt spezielle Cremes und Repellents, die helfen, Zecken abzuwehren. Sie ersetzen aber nicht das anschließende Absuchen!
  6. Ruhe bewahren: Wenn mal eine Zecke gefunden werden sollte, muss man nicht in Panik verfallen. Nicht jede Zecke überträgt Borreliose oder FSME.
  7. Nicht quetschen: Es hilft nicht, die Tiere zu zerquetschen!
  8. Sanft entfernen: Zecken knapp oberhalb der Hautoberfläche gerade herausziehen (nicht drehen!). Hierfür eignen sich Pinzetten oder spezielle Zeckenzangen.
  9. Symptome beachten: Auch nach der Entfernung die Einstichstelle beobachten und auf eine sich ausbreitende Rötung achten und ggf. einen Arzt aufsuchen. Kopfschmerzen, Fieber und auch Übelkeit sollten nicht ignoriert werden.
  10. Impfen lassen: Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen sind Risikogebiete. Sowohl Bewohnern als auch Urlaubern wird eine FSME-Impfung empfohlen.

Ulrike Seim

Ulrike Seim

Dipl. Ing. agr. Ulrike Seim und für das Pferdemanagement bei der Direktion Wiesbaden für die R+V Versicherung zuständig.
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