Wer plant mit der eigenen Stute zu züchten, sollte einiges beachten. Denn „einfach drauf los züchten“ ist selten eine gute Idee. Nicht nur der Deckhengst ist entscheidend, sondern auch die Stute. Aber woran erkenne ich, dass sich meine Stute als Zuchtstute eignet?

Kann ich mit meiner Stute züchten?

Das wichtigste Kriterium bei der Beurteilung einer Zuchtstute ist natürlich die Gesundheit. Aber genauso ist auch ihr Exterieur und ihre Eignung für eine Reitsportdisziplin wichtig. Auch eine gute Abstammung und gute Charaktereigenschaften sind nicht zu verachten. Außerdem sollte die Stute mindestens 3 Jahre alt sein.

Am wichtigsten ist dennoch natürlich der Gesundheitszustand der Stute. Denn nur wenn sie selber gesund ist, kann sie ein gesundes Fohlen zur Welt bringen. Daher sollte man im Vorfeld auf jeden Fall eventuelle Veranlagungen für bestimmte Krankheiten ausschließen können! Bei den Westernrassen, wie Quarter Horses oder Appaloosas, sind zum Beispiel Gendefekte, die weitervererbt werden, bekannt. Am bekanntesten sind hier u.a. die Gendefekte PSSM und HYPP. Für alle bisher entdeckten Gendefekte gibt es einen speziellen Test, um das Risiko der Vererbung verhindern zu können.

Bei PSSM (Polysaccharide Storage Myopathy = Glucogen-Speicher-Störung) handelt es sich um eine genetische Prädisposition, die eventuell zu degenerativen Muskelerkrankungen mit einer Störung im Kohlenhydrat-Stoffwechsel führen kann. Mehrfachzucker wird nicht verstoffwechselt sondern in den Muskelzellen gespeichert: amylaseresistente Einschlüsse entstehen. Betroffene Pferde magern trotz ausreichender Fütterung ab.

HYPP (Hyperkalemic Periodic Paralysis Disease = Hyperkalemische Periodische Paralyse) ist eine unheilbare Stoffwechselkrankheit. Durch einen Gen-Defekt ist das normale Öffnen und Schließen des Natriumionenkanals (ein kleiner Durchgang in der Membrane der Muskelzellen) gestört, so dass unkontrolliert Natriumionen passieren können. Das verändert die Spannung der Muskelzellen und verursacht unkontrolliertes Zusammenziehen oder Entspannen des Muskels. HYPP kann ausschließlich bei Nachkommen des Quarter-Horse Hengsts Impressive auftreten. Der Gen-Defekt ist durch eine Mutation entstanden.

(Quelle: http://www.dqha.de/zucht/gendefekte/)

Der Zuchtverband der American Quarter Horses geht damit sehr verantwortungsvoll um und investiert seit Jahren in die Forschung. Durch diese zunehmende Forschung werden immer mehr Gendefekte entdeckt. Um diese Krankheiten langfristig aus der Zucht zu eliminieren.

Meine Stute ist gesund, worauf kommt es jetzt an?

Wenn die Stute ausgewählt ist, ist es wichtig, einen Hengst zu finden. Dieser sollte die Eigenschaften der Stute gut ergänzen. Der zentrale Gedanke lautet hier: Die positiven Eigenschaften der Stute müssen erhalten und die fehlenden ergänzt bzw. verbessert werden.

Zuchtstute

Ein wesentlicher Aspekt beim Interieur der Stute sind Rittigkeit, Charakter und Sozialverhalten. Die Mutter ist Vorbild und somit prägend für die Entwicklung des Fohlens. Deshalb ist ein freundlicher Charakter sehr wichtig.

Weiterhin sollte sie keinen übertriebenen Beschützerinstinkt gegenüber anderen Pferden und Menschen zeigen, weil sich das Fohlen das Verhalten der Mutter abschauen könnte.

Um offiziell als Zuchtstute zu gelten, muss die Stute in das Stutbuch des jeweiligen Zuchtverbandes eingetragen sein. Diese Eintragung erfolgt nach einer erfolgreich absolvierten Stutenleistungsprüfung.

In unserem ehorses Magazin findet ihr viele Artikel zum Thema Pferdezucht – angefangen beim Zucht-ABC, dass euch alles Grundlegende erklärt bis hin zu Expertenbeiträgen von Tierärzten und Züchtern.

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